Für interkulturellen Dialog

Vereine für den interkulturellen Dialog

 

Am 23. März hatte der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg zu seiner Vollversammlung nach Mölln geladen. Höhepunkt der Vollversammlung war der inhaltliche Schwerpunkt, den der Kreisjugendring gesetzt hat. Unter dem Titel „Vereine für den interkulturellen Dialog“ lernten die Delegierten und die Gäste in Kurz-Workshops unterschiedliche Kulturen kennen. Ein polnisches Volkslied war genauso Thema wie pakistanische Hennabemalung oder ein Tanz aus der alevitischen Kultur. Zwischen den Delegierten der Jugendverbände und den Workshopleitern und -leiterinnen erfolgten ein intensiver Austausch sowie spannende Gespräche über Gemeinsamkeiten. 

Das gesamte Team des Kreisjugendrings bedankt sich bei Ilhan, Ercan, Susanne, Magorzata, Igor, Mikael und dem Team der Alevitischen Jugend für die Workshopleitung.

Anschließend verabschiedeten die Delegierten den Antrag des Kreisjugendring-Vorstandes, in dem die Vorteile einer interkulturellen Öffnung in der Jugendverbandsarbeit herausgestellt wurden. Dabei müssen Vereine schauen, wie sie noch stärker Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in ihre Angebote integrieren können. Jens Pechel betonte besonders: „Eine kulturelle Vielfalt in den Vereinen ist für alle bereichernd und Vereine können so ihre gesellschaftlichen Aufgabe, Ausgrenzungen, Diskriminierungen, Rassismus und Vorurteile abzubauen, verstärkt wahrnehmen.“

Hier der veranschiedete Antrag im Wortlaut:

 

 

Vereine für den interkulturellen Dialog 
in der Jugendverbandsarbeit

 

Die Bundesrepublik Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Erstmals seit acht Jahren ist in 2011 die Bevölkerung in Deutschland wieder gewachsen. Der Grund hierfür ist eine verstärkte Zuwanderung. 28,3% der jungen Menschen unter 25 Jahren in Deutschland sind Menschen mit Migrationshintergrund.

Diese kulturelle Vielfalt erfordert interkulturelle Dialoge und Lernprozesse von Menschen und Vereinen, um Ausgrenzungen, Diskriminierungen, Rassismus und Vorurteile abzubauen und zu verhindern. Gleichzeitig wird so eine kulturelle Vielfalt erlebbar und bereichernd.

Der Dialog miteinander und das Lernen voneinander bilden ihrerseits die Basis für eine interkulturelle Öffnung in der Jugendverbandsarbeit.

Die interkulturelle Öffnung von Jugendverbänden vollzieht sich auf unterschiedlichen Ebenen. „Neben der Öffnung von bestehenden Jugendverbänden für Kinder und Jugendliche mit familiärem Migrationshintergrund sind auch die Öffnung von Verbänden als Dach für selbstständig organisierte Vereine junger MigrantInnen sowie die Kooperation mit und Unterstützung von Vereinen junger MigrantInnen wesentlicher Bestandteil der interkulturellen Öffnung. Neben der Öffnung der Jugendverbände für Mitglieder mit familiärem Migrationshintergrund stellen die Öffnung der Strukturen und Gremien der Jugendverbände weitere wesentliche Bestandteile einer umfassenden Öffnung dar.“

Jugendverbände und Jugendringe sind selbst organisiert, bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Rahmen und Raum für ihre eigene Interessensvertretung und fördern, ansetzend an den Stärken, auf unterschiedliche Art und Weise die Entwicklung junger Menschen. 

Mit dieser Ausrichtung kann Jugendverbandsarbeit ein Aktionsfeld sein, das Menschen mit Migrationshintergrund als gleichberechtigte MitbürgerInnen sieht, diese ernst nimmt, und somit Chancengerechtigtkeit und Partizipation schafft. Eine Steigerung der Anzahl und Vielfältigkeit von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, wären die Folge.

Daraus leiten sich folgende Selbstverpflichtung und Forderung ab:

Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg hinterfragt seine eigenen Strukturen, versucht Barrieren abzubauen, um so Menschen mit Migrationshintergrund in die Jugendverbandsarbeit zu integrieren aber auch in ihrer eigenen Vereinsarbeit unterstützen zu können.

Ziel ist es, sowohl die Interessen aller Kinder und Jugendlichen gleichberechtigt wahrnehmen zu können, als auch die Vielfalt der Kulturen als Potential zur Gestaltung der gemeinsamen Jugendarbeit zu nutzen.

Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg und seine Mitgliedsverbände und Einzelgruppen setzen sich aktiv für den interkulturellen Dialog in der Jugendverbandsarbeit ein und fordern gleichzeitig die Kommunal- und Kreispolitik sowie ihre Verwaltungen auf, diesen Prozess durch die Bereitstellung von Ressourcen zu fördern. 

 

Der von der Vollversammlung verabschiedete Antrag kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 

Der Kreisjugendring wird über den Lokalen Aktionsplan des Kreises Herzogtum Lauenburg aus dem Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ gefördert. Marie Pfeiler, die als Referentin für interkulturelle Öffnung beim Kreisjugendring tätig ist, knüpft seit Anfang des Jahres Kontakte zu unterschiedlichen Jugendgruppen und Organisationen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Dieser Dialog ist der erste Schritt, um zukünftig enger zusammenzurücken und gemeinsam in der Jugendarbeit tätig zu werden.

Der Vorstand des Kreisjugendrings freute sich deshalb auch besonders, dass auf der Vollversammlung die Alevitische Jugend aus Geesthacht als Mitglied in den Kreisjugendring aufgenommen wurde.

 
Ihr Ansprechpartner
Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.
Schmilauer Str. 66
23879 Mölln
Tel. 04542-843784


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